Intention & Haltung

Other Worlds ist mein inneres Universum: serielle Arbeiten, in denen Oberfläche zu Spur, Schichtung zu Zustand und Material zu Erinnerung wird.

Intention und Haltung​

Other Worlds als inneres Universum

Other Worlds ist meine übergeordnete Werkgruppe. Sie umfasst acht Serien, in denen innere Zustände über Material sichtbar werden. Ich illustriere diese Zustände nicht. Ich lasse sie über Pigment, Schichtung, Kante, Abdruck, Patina und Bruch entstehen.

Ich arbeite seriell. Unter ähnlichen Bedingungen entstehen unterschiedliche Resultate: Verdichtung, Abrisskante, Übergang, ruhige Zonen. Das Material ist dabei nie neutral. Es reagiert, lagert sich ab, bildet Kanten und widersteht. Aus dieser Spannung zwischen Steuerung und Materialeigenleben entsteht die Arbeit.

Die Deutung bleibt offen. Was in einer Arbeit gelesen wird, entsteht im Blick der Betrachter:innen. Das Werk bleibt ein Angebot — nah in der Oberfläche, offen in der Lesart.

Chris Cabrim Crafts and Art - Other Worlds - Fragments zur Kunstroute Ehrenfeld 2025 in der Hansemannstrasse bei Electric Eel Tattoo

Künstlerische Haltung

Präzision, Prozess & Unsicherheit

Mein Ursprung liegt im Design- und Prozessdenken: Entscheidungen, Tests, klare Abläufe. Diese Präzision ist die Basis.

Gleichzeitig suche ich das Unklare. Stellen, an denen sich die Schichtung verselbstständigt, Pigment verläuft, eine Fläche nicht mehr sauber bleibt. Diese Unsicherheit ist kein Effekt. Sie ist Teil der Struktur. Sie hält die Arbeiten auf Spannung, ohne laut zu werden.

In Galaxies zeigt sich das in der Lesart als Gedankenfelder. Dunkle Pigmentzonen verdichten sich zu einem Feld, diffuse Zwischenräume verteilen sich. Tiefe entsteht nicht perspektivisch, sondern aus Schichtung, Tonwert und Kante. Hinter einer prägnanten Farbzone liegt der Eindruck von etwas, das nicht benannt werden muss.

Material & Technik

Pigment, Komposit & Spezialpapier

Ich arbeite mit Pigmenten auf Kompositmaterial, Leinwand und Spezialpapier. Mich interessiert nicht das Motiv, sondern der Objektstatus der Oberfläche: Patina, Abrieb, Druck, Rand, Bruch. Aus der Distanz wirken viele Arbeiten geschlossen. Aus der Nähe zeigen sich Mikrostrukturen, Ablagerungen und Übergänge.

Die reliefartige Wirkung entsteht nicht als Effekt, sondern als Konsequenz des Prozesses. Textur ist dabei keine Dekoration. Sie führt den Blick und sie verlangsamt ihn. Wer näher tritt, liest Spuren statt Bild. Diese Materialnähe ist der gemeinsame Nenner aller Serien innerhalb von Other Worlds.

Werkdetail aus der Serie Primal Bodies von Chris Cabrim. Die reliefartige Textur verdeutlicht den Übergang von Bild zu Objekt und die Materialität als zentrales Ausdrucksmittel seiner Mixed Media Kunst.

Werkgruppen und Serienstruktur

Other Worlds als fortlaufendes System

Other Worlds ist ein fortlaufendes System aus derzeit acht Serien. Jede setzt einen anderen Schwerpunkt. Alle teilen dieselbe Grammatik: Schichtung, Materialgedächtnis, Verdichtung, Zwischenraum.

Galaxies arbeitet mit Tiefe ohne Perspektive — dunkle Pigmentfelder, Tonwert und Kante. Stellar Grounds bleibt nah am Terrain: Ablagerung, Verlauf, stille Verschiebungen. Primal Bodies kippt in Körperlichkeit, mit Masse, Pigmenthaut und Gewicht. Obscure Relics verdichtet Pigment und Patina zu rauen Reliktflächen. Fragments zeigt Bruchstücke und Restformen mit offenen Kanten.

Imprints überträgt reale Oberflächen durch direkten Kontakt auf Papier — Abrieb, Druck, Transfer. Aurora hält Farbschichten offen und transparent. Cosmic Events bündelt impulsive Farbereignisse aus Sprühnebel und Pigmentzonen. Das System wächst weiter, ohne den Kern zu verlieren.

Beobachtung & Notation

Oberfläche als Protokoll

Viele Entscheidungen entstehen aus Beobachtung. Oberflächen in der Architektur, Abriebspuren, Schraffuren, die man fast übersieht. Mich interessiert, wie Zeit in Material eingeschrieben ist und wie sich diese Logik in eine Arbeit überführen lässt, ohne illustrativ zu werden.

Serielles Arbeiten ist dafür mein Werkzeug. Unter ähnlichen Bedingungen entstehen unterschiedliche Resultate: Dichte, Leere, Kante, Verlauf. Das funktioniert wie ein Protokoll, aber ohne Beweisführung. Ich halte Zustände fest, schaue was von einem Ort mitkommt. Besonders bei der Serie Imprint ist mir das Werk und der Ort als Brücke zu einer gemeinsamen Realität wichtig.

Chris Cabrim überträgt Pigment durch Reibung auf Papier, Straßenoberfläche Peru
Detailaufnahme eines Mixed Media Objekts von Chris Cabrim: Eine schwarze, rissige Oberfläche aus modellierter Masse, durchbrochen von pastellfarbenen Pigmentfeldern in Rosa, Türkis und Violett. Das Werk changiert zwischen Artefakt, Gestein und künstlerischem Objekt und steht exemplarisch für die Serie Fragments.

Bruch, Patina, Spur

Texturen als Erinnerung​

Schönheit ist für mich kein Ziel. Sie ist eher ein Nebenprodukt von Präzision. Ich suche einen Zustand, der zugleich ruhig und geladen ist: Oberfläche als Archiv.

Brüche, Risse und Verdichtungen können wie Erinnerung funktionieren, nicht als Bekenntnis, sondern als Lesemöglichkeit. Manche Zonen wirken überlagert, erneut geöffnet, nicht vollständig geglättet. Dort entsteht oft der Sog: im Rest, im Übergang, im Unabgeschlossenen. Other Worlds bleibt dabei ein inneres Universum, das nicht erklärt werden muss, sondern Gefühlt werden möchte.

FAQ & Kontakt

Fragen zu Werken, Rahmung, Kauf

Bei Fragen und Anfragen bin ich gerne telefonisch, Bei Instagram oder per Mail erreichbar. 

Was bedeutet „Intention“ in der zeitgenössischen Kunst?
Intention ist nicht dasselbe wie Bedeutung. Sie beschreibt eine Haltung, die sich im Prozess zeigt, nicht in einer fertigen Aussage. In meiner Arbeit liegt sie in der Entscheidung für Offenheit, Materialität und Ambivalenz.
Die Arbeiten entstehen in Schichten. Ich arbeite mit Pigmenten, Kompositmaterial, Gesteinsmehl und Strukturmitteln auf Leinwand und Spezialpapier. Der Prozess wechselt zwischen Steuerung und kontrolliertem Loslassen. Pigment fließt, lagert sich ab, bildet Kanten. Eine Arbeit endet dort, wo Schichtung, Oberfläche und Spannung zusammenfinden.
Pigmente auf Kompositmaterial, Leinwand und Spezialpapier. Der Fokus liegt auf Schichtung, Patina, Abrieb und materialnahen Oberflächen.
Selektiv. Wenn Format, Zeitrahmen und Materiallogik passen, sind Auftragsarbeiten möglich — ohne stilistische Wunschmotive.
Ja. Jede Arbeit ist ein Unikat, signiert und mit Echtheitszertifikat. Limitierte Fine-Art-Prints sind separat erhältlich.
Eine kurze Mail oder ein Anruf genügt. Ich sende Werkdetails — Fotos, Maße, Preis, optional Rahmung — und wir klären Status, Reservierung und Lieferung oder Abholung.
Rahmung ist in der Regel optional. Ich arbeite meist mit matten schwarzen Rahmen, bei Leinwänden, Papierarbeiten mit Passepartout und entspiegeltem Glas.
Beides. Versand sicher verpackt und versichert. Abholung im Raum Köln und Düsseldorf nach Absprache.
Ehrenfeld ist ein Ort des Übergangs und des Experiments. Diese Umgebung prägt meine Arbeit. Sie entsteht nicht im Atelier allein, sondern im Austausch mit dem, was draußen passiert.
Jede Serie geht einer anderen materiellen Frage nach. Galaxies arbeitet mit Tiefe über Tonwert. Stellar Grounds mit Ablagerung und Verlauf. Fragments mit Bruchstücken und Restformen. Es geht immer um Material und Wahrnehmung, nie um ein festes Motiv.
Keine feste Botschaft. Mich interessiert der Moment, in dem Wahrnehmung, Erinnerung und Material in Kontakt treten — jenseits einer eindeutigen Deutung.